Rhabarber Curd

Rhabarber-Curd_04Meine Eltern haben einen Garten, jedes Jahr wird dort Obst und Gemüse gepflanzt, aber eines wächst dort wie Unkraut und meine Eltern machen sich da keine Gedanken, denn sie wissen, dass es auch dieses Jahr viel davon geben wird – Rhabarber. Meine Nichte probiert sich gerne durch den Garten. Hier eine Tomate, da eine Gurke, hier noch ein Blatt von dem Sauerampfer, dabei entgleisen ihr alle Gesichtszüge, aber sie kaut tapfer weiter. Und dann ist auch Rhabarber an der Reihe, doch das wird ihr dann etwas zu viel des Guten. Sie setzt sich auf die Schaukelbank, in der linken Hand hält sie eine Zuckerdose und in der rechten Hand die sauren Stängel. Sie tunkt die Stange in den Zucker und beißt großzügig ab und wiedermal gehen die Gesichtszüge in verschiedene Richtungen, das Kind total geschockt von dem Säuregehalt im Mund, kichert und sagt „Sauer macht lustig!“
Rhabarber mag ich auch und saß damals genau so mit einer Zuckerdose auf der Schaukel, aber heute ist das mir viel zu sauer. Dennoch möchte ich auf Rhabarber nicht verzichten. Dazu versorgt uns der Rhabarber mit viel Vitamin C und Kalium.
Und die Saison für Rhabarber ist jetzt. April bis Ende Juni. Je junger die Stängel sind, um so milder ist die Fruchtsäure. Auch die roten Stängel sind milder als die grünen.
Im Moment ist der Brotaufstrich aus England total angesagt. Der traditionelle Lemon Curd wird heute in verschiedenen Variationen angeboten. Blaubeeren, Himbeeren und nicht zu vergessen auch aus Rhabarber :)
Mit viel Zucker wird die Säure gemildert und schmeckt dann angenehm fruchtig. Ich muss zugeben, dass dieses Rezept etwas aufwändiger ist bzw. viel Geduld erfordert, da die Eigelbmasse um die 15 Minuten geschlagen werden soll. Doch die Mühe lohnt sich. Am nächsten morgen, bei dem Sonnenschein am Frühstückstisch und einem Croissant, wird dieses fruchtige leicht säuerliche Aufstrich zwar nicht lustig machen, aber für gute Laune sorgen.
Genug geredet… Zum Rezept „Rhabarber Curd“ bitte hier
Die Zutaten:

  • 350 g Rhabarber
  • 4 Eigelb
  • 80 g Zucker + 3 EL
  • 70 g Butter in Stücken
  • Salz

Die Zubereitung:
Rhabarber Putzen und in Scheiben schneiden in einen Kochtopf geben und mit drei Esslöffel Zucker bestreuen. Zur Seite stellen. Nach 40 Minuten Ziehzeit den Rhabarber bei mittlerer Hitze unter Rühren 10 Minuten kochen. Etwas abkühlen lassen und pürieren.
In einem zweiten Top 500 ml Wasser zum kochen bringen und die Hitze reduzieren. Das Wasser sollte nur leicht köcheln.
Eigelbe mit dem restlichen Zucker und einer Priese Salz in einer Schüssel über dem Wasserbad mit einem Schneebesen solange schlagen, bis die Eigelb-Masse deutlich dicklich-cremig wird. Dieses kann bis zu 15 Minuten dauern. Wenn die Eigelbe eine schöne feste cremige Konsistenz haben, erst das Rhabarberpüree und dann die Butter unterrühren.

Das fertige Püree in ein Glas umfüllen. Im Kühlschrank aufbewahren. Da die Eigelbe nicht gekocht wurden, sondern nur erhitzt, sollte dieser Curd zügig verbraucht werden.

Ich habe es zum Frühstück mit Croissants genossen.
Aber auch als Tortefüllug oder Windbeutelfüllung wird es schmecken.

Guten AppetitRhabarber-Curd_02Rhabarber-Curd_01

 

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